Bibliothek des Deutschen Museums
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Die Bibliothek des Deutschen Museums ist die Spezialbibliothek des Deutschen Museums für Meisterwerke der Naturwissenschaft und Technik in München. Sie befindet sich wie das Museum auf der Münchner Museumsinsel und umfasst ca 900.000 Bände.
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Geschichte
Für Oskar von Miller, dem Museumsgründer, bestand kein Zweifel, dass zu einem überregionalen Museum der Geschichte von Naturwissenschaft und Technik auch eine Spezialbibliothek gehören sollte. So wurde 1903 im selben Jahr der Museumsgründung auch die Bibliothek des Deutschen Museums gegründet. Unter der Führung des damaligen Rektors der Technischen Hochschule München, Walther von Dyck, entstand ein für die damalige Zeit äußerst interessantes Bibliothekskonzept. Sein Ziel war die Schaffung einer großen, wissenschaftlichen Zentralbibliothek für die Literatur von Naturwissenschaft, Mathematik und Technik, die sowohl dem Forscher, als auch der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sein sollte, was zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine ausgesprochene Seltenheit war, wie auch die Tatsache, dass es noch keine Bibliothek mit staatlichem Auftragsgebiet gab. Die ersten Jahre waren geprägt vom Aufbau eines gewissen Anfangsbestandes, welcher in einem unteren Kapitel noch genauer erläutert wird. 1908 wurde die Bibliothek dann für die Öffentlichkeit eröffnet. Damals allerdings noch (mangels Fertigstellung des Baues auf der Museumsinsel) in den Gebäuden des heutigen Völkerkundemuseums an der Maximillianstrasse. Der Anfangsbestand betrug immerhin schon stolze 22.000 Bände welche in einem gedruckten Katalog nachgewiesen wurden. Während des 1. Weltkriegs blieb die Bibliothek geschlossen, da die Räume für karitative Zwecke gebraucht wurden. Mit Eröffnung des Sammlungsbaues 1925 bezog die Bibliothek die Schwere-Reiter-Kaserne in der Erhardstr. (heutiges Gelände des Europäischen Patentamts) gegenüber der Museumsinsel, da aus Geldproblemen nur der Sammlungsbau fertiggestellt werden konnte. Zwischen 1928 und 1932 wurde endlich der Bau des Bibliotheksgebäudes gegenüber des Sammlungsbaues in Angriff genommen. Es war der größte und einzige Bibliotheksneubau im Deutschland der Zwischenkriegszeit. Am 7. Mai 1932 konnte die Bibliothek im neuen Gebäude unter Anwesenheit von Bayerns Ministerpräsident Heinrich Held feierlich eröffnet werden. Sie verfügte nun über Lesesäle mit ca. 700 Arbeitsplätzen, einem Freihandbestand von 11.000 Bänden und einem für 1 Million Bände ausgelegtem Magazin. Das Publikum nahm die Bibliothek begeistert an, und so konnte bis zum 2. Weltkrieg eine Besucherzahl von durchschnittlich 150.000 Menschen verzeichnet werden. 1944 wird der Bibliotheksbau schwer beschädigt, allerdings kann durch konsequente Um- und Auslagerung Verlust oder Beschädigung des Buchbestandes verhindert werden, und so kann die Bibliothek schon im Winter 1945 wieder geöffnet werden. 1960 ist der Wiederaufbau größtenteils abgeschlossen (Verkleinerung der Lesesäle auf 400 Plätze) und die Bibliothek kann wieder auf alle Räumlichkeiten zurückgreifen. 1988/89 wird die Bibliothek nochmals umgebaut (Verkleinerung der Lesesäle auf 120 Arbeitsplätze), was vor allem der geschichtlichen Bestand durch Einrichtung eines speziellen Lesesaals für den Altbestand zugute kommt. Auch schafft man mit der Verdoppelung der Bestände im Geschichtslesesaal damit den Spagat zwischen einer technikgeschichtlichen und einer kulturgeschichtlichen Bibliothek.
Bestand
Am Anfang kam Literatur meist als Stiftung durch Interessenten und Freunde der Vorstandsmitglieder in den Bestand der Bibliothek. Der generelle Aufbau der Bibliothek entstand durch 3 Amerikareisen 1912 (welche ursprünglich am 10. April an Bord der RMS Titanic stattfinden sollte, dann aber um 4 Tage vorverlegt wurde), 1926 und 1929 von Oskar von Miller und dem damaligen Beauftragten für die Bibliothek Adolf Moshammer, bei der sie das Bibliothekswesen in den Vereinigten Staaten studierten. Ein besonderes Augenmerk fiel auf die Public Libraries, die es ermöglichen als öffentliche Bibliothek, wissenschaftliche Literatur für jedermann zur Verfügung zu stellen, und besonders lange geöffnet haben. Beeindruckt von diesen Reisen wurde die Bibliothek in den neuen Räumen mit 12 Stunden Öffnungszeit als Präsenzbibliothek konzipiert, d.h. die Bücher können nicht ausgeliehen werden, sondern sind nur in den Räumen der Bibliothek einsehbar, aber dadurch stehen sie immer, und jedem Leser zur Verfügung. Damit wurde die Bibliothek neben der Deutschen Bücherei in Leipzig die zweite, große Bibliothek, die nach dieser Organisationsform aufgebaut wurde. Ab 1932 wird der alte, handschriftlich geführte Kartenkatalog (K31) abgebrochen. Statt dessen wird ein neuer Katalog (K76) nach bibliothekarischen Regeln, den so genannten „Preußischen Instruktionen“ eingeführt. Am Beginn der 1960er Jahre wurden die Mittel zum Erwerb von Medien immer mehr an die technischen Hochschulbibliotheken verlagert. Dadurch stand der Bibliothek immer weniger Geld zum Bestandsaufbau nach dem alten Schema als ursprünglich geplante Zentralbibliothek zur Verfügung. So verlagerte sich der Schwerpunkt der Erwerbung hin zur naturwissenschafts- und technikhistorischen Spezialliteratur. 1977 wird der Katalog nach den Preußischen Instruktionen abgebrochen und ein neuer Katalog nach den „Regeln für die alphabetische Katalogisierung RAK“ (K77) angefangen. Zum Jahreswechsel 1995/96 startet die Bibliothek im Rahmen des Bibliotheksverbundes Bayern mit der EDV-Katalogisierung. Die Katalogisierung im K77 wird eingestellt. Statt dessen startet mit dem erfolgreichem Abschluss der Retrokonversion des K77 mit einer Fremdfirma 1999 der Online-Katalog (OPAC = Online Public Accsess Catalgue) der Bibliothek, die damit virtuell ihrer Insellage verlässt. Als Erweiterung des elektronischen Angebots wurden 2002 die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB), 2005 das Datenbank-Informationssystem (DBIS) und schließlich 2007 der Zeitschriftenaufsatzkatalog (Bestand 1934-1999) als Imagekatalog eingeführt.
Bestandsentwicklung chronologisch:
- 1908: ca. 33.000 Bände
- 1927: ca. 100.000 Bände
- 1943: ca. 250.000 Bände
- 1966: ca. 500.000 Bände
- 1999: ca. 850.000 Bände
- 2007: ca. 890.000 Bände
Führung
Lag die Leitung der Bibliothek anfangs noch in den Händen buchbegeisterter Idealisten, wurde nach und nach auf immer größere fachliche Kompetenz wert gelegt. Ab 1928 waren nur noch fachlich geschulte Mitarbeiter tätig. Als Leiter bzw. Direktoren standen/stehen der Bibliothek vor:
- 1903 – 1928 Adolf Moshammer (als Beauftragter Oskar von Millers)
- 1928 – 1937 Hans Krüger-Kulm
- 1937 – 1969 Prof. Dr. Friedrich Klemm
- 1970 – 1998 Dr. Ernst Berninger
- 1998 – Dr. Helmut Hilz
Öffnungszeiten
Täglich, auch am Samstag und Sonntag, von 9-17 Uhr. An den Sonn- und Feiertagen besteht der gleiche Benutzungsservice wie an den Werktagen.

